„Usbekistan am historischen Wendepunkt“ – 
Leonid Lewitin: Eine Buchpräsentation der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft 
in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Usbekistan

Von Dr. Wolf Bauer

Am 30. März 2001 war auf Einladung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft der Schriftsteller Leonid Lewitin zu Gast in Berlin. Professor Lewitin stellte in der Konrad-Adenauer-Stiftung sein neuestes Werk „Usbekistan am historischen Wendepunkt“ vor. Fast 100 Gäste folgten der vom Leiter der Zentralasiatischen Abteilung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Colin Dürkop, moderierten Veranstaltung mit großem Interesse. Zu Beginn der Buchpräsentation hatte Botschafter Dr. Vladimir Norov vor allem die Verdienste Lewitins für das usbekische Volk gewürdigt und auf die umfassenden Informationen verwiesen, die es durch die Veröffentlichung des Werkes Lewitins nun gäbe.

Besonders hervorzuheben war die Anwesenheit des usbekischen Ministers für außenwirtschaftliche Beziehungen, Eljor Ganiev, der in einer Einführung ebenfalls die Bedeutung des Werkes von Leonid Lewitin herausstellte. Minister Ganiev betonte in seinem Beitrag, dass Lewitins Buch eine umfassende Bilanz des vergangenen Jahrzehnts darstelle. Lewitin habe sowohl Positives als auch Negatives der letzten zehn Jahre herausgearbeitet. Der Autor sei besonders zu loben, da er die Rolle des Präsidenten der Republik Usbekistans, Islam Karimov, in den Mittelpunkt seiner Arbeit stelle und damit dessen herausragende Bedeutung für die zehnjährige Unabhängigkeit Usbekistans würdige.

Auf die starke Fokussierung der Rolle des Präsidenten Usbekistans machte auch Prof. Dr. Udo Steinbach, Direktor des Orient Instituts Hamburg, in seinem Diskussionsbeitrag aufmerksam. Steinbach begrüßte zudem, dass mit dem vorgestellten Buch eines der wenigen wissenschaftlichen Werke über Usbekistan der Öffentlichkeit zugänglich werde und dass es zu einer kritischen Diskussion einlade. Von besonderem Interesse sei auch die Beschreibung des Traumas durch das Attentat vom Februar 1999. Das Buch zeichne sich durch eine realistische Sicht der usbekischen Verhältnisse aus. Ein weiteres Verdienst des Autors sei seine detaillierte Beschreibung der Wirkungsweise des Islams auf die Menschen der jungen Republik und die interessanten Beobachtungen zur Entwicklung der kulturellen Tradition und Identität im vergangenen Jahrzehnt.

Dr. Alexander Rahr von der Deutschen Gesellschaft für Außenpolitik betonte in seinem Diskussionsbeitrag die unterschiedlichen Wertesysteme Usbekistans einerseits und Deutschlands andererseits. Von besonderem Interesse sei auch die Wahrnehmung des islamischen Fundamentalismus in der usbekischen Gesellschaft durch den Autor. Insgesamt sei das Buch Lewitins ein gekonnter Versuch, die Probleme der jungen usbekischen Republik in westlicher Sprache darzustellen.

Der Autor selbst erklärte in seinem Statement, warum er die Person Karimows in den Mittelpunkt seines Buches gestellt habe. Über Usbekistan schreiben heiße – so Lewitin – über Karimow schreiben. Karimov sei der ehrlichste Politiker auf dem Territorium der postsowjetischen Staaten. Ohne Karimov gäbe es Usbekistan zehn Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion nicht mehr. Nur der starken Führung Karimovs sei es zu verdanken, dass die Entwicklung in Usbekistan verhältnismäßig friedlich und rechtsstaatlich verlaufe. Kritikern dieser Auffassung begegnete der Autor mit der Bemerkung, dass eine Übernahme des westlichen Demokratiestandards auf Usbekistan nicht möglich sein. Gleichzeitig gab der Autor den zahlreichen nichtusbekischen Gästen der Veranstaltung zu verstehen, welche große Bedeutung ein stabiles Usbekistan für den Westen habe.