Protokoll
der Mitgliederversammlung
der
Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V.
vom
03.11.2005
Beginn: 19.45 Uhr
Anwesende
Damen und Herren: die Mitglieder Dr. W. Bauer, Dr. R. Bindseil, D.
Brandenburger, Dres A & H. Bühler, J. Gerlach, R. Götting, D. & H.
Hermann, I. Mäueler, Dr. H. Nellen, Prof. Dr. R. Sachsse, W. Schreiber, H.
Schwarz, Dr. P. Spary, G. Stockfisch
Als
Gast: Frank Lemke, Deutsche Welle Akademie
Zu
TOP 1
Der Präsident, Herr Dr. Bauer, eröffnet die Mitgliederversammlung, begrüßt die
Anwesenden und stellt die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest.
Auf den Vorschlag des Präsidenten wird die Tagesordnung wie folgt ergänzt in
den Tagungsordnungspunkten
3a Wahl des Gründungspräsidenten, Herrn
Staatsminister a.D. Heinz Schwarz zum
Ehrenpräsidenten
3b Verleihung der
Ehrenpräsidentschaft an Herrn Staatsminister a.D. Heinz Schwarz
8 Die Neuwahl des
Schatzmeisters wird ergänzt durch die Wahl aller Vorstandsmitglieder
Es
werden keine Bedenken bezüglich der Ergänzung der Tagesordnung geäußert.
Außerdem
wird darum gebeten, die Tagesordnungspunkte 4-7 vorzuziehen.
Zu
TOP 2
Die Versammlung gedenkt des verstorbenen langjährigen Schatzmeisters der
Gesellschaft, Herrn Reg. Dir. Ulrich Voigt, der am 14. April 2005, eine Woche
vor seinem Eintritt in den Ruhestand, verstarb.
Herr
Dr. Bühler erinnert in seiner Gedenkansprache an die Zeit gemeinsamer Arbeit
und hebt besonders Herrn Voigts außergewöhnlich großes Wissen über die Geschichte
und Kultur Usbekistans hervor, einem Land, dem seine besondere Liebe und sein
Engagement galt. Im Namen der Versammlung bringt er das Mitgefühl aller derer
zum Ausdruck, die die Gelegenheit hatten, mit Herrn Voigt zusammenzuarbeiten.
Herr
Dr. Bauer bittet die Versammlung mit einem stillen Gebet, des Verstorbenen zu
gedenken. Alle Anwesendenden erheben sich von Ihren Plätzen.
Zu
TOP 4
Das
Protokoll der Mitgliederversammlung vom 16.09.2004 wird einstimmig genehmigt.
Zu
TOP 5a
Der
Präsident bedauert, dass den Versuchen, die Gesellschaft stärker in Berlin zu
etablieren, nur wenig Erfolg beschieden war, trotz der Feier zum 10-jährigen
Bestehen der Gesellschaft in der usbekischen Botschaft. Im Übrigen verweist er
auf den anschließenden Bericht der Geschäftsführerin.
Zu
TOP 5b
Bericht
der Geschäftsführerin:
- Einladung für den 2.
Weihnachtstag 2003 bei den Hermanns zum Mittagessen: von 22 in Bonn
studierenden Usbeken kamen allerdings nur 9.
- Zu Beginn des Jahres
2004 Eintragung von Herrn Dr. Bindseil ins Vereinsregister als
Vizepräsident
- Herr Brandenburger und
die Geschäftsführerin waren in Berlin, um über den Zusammenschluss der
Brandenburgischen Freunde Usbekistans mit der DUG zu sprechen und außerdem
den Schüleraustausch zwischen dem CPE-Bach-Musikgymnasium und der
Uspensky-Schule in Taschkent vorzubereiten. Dabei kamen im Mai zunächst 5
Schüler und eine Lehrerin nach Berlin. Der Austausch war problematisch,
nicht weil die Schüler sich nicht verstanden hätten – im Gegenteil –
sondern weil die Usbeken nicht die richtigen Pässe zum richtigen Zeitpunkt
hatten. Die usbekische Botschaft in Berlin hat unsere Geschäftsleitung
sehr unterstützt, aber beim zweiten Umbuchen der Tickets fielen doch
Kosten an. Dieser Austausch wurde ganz erheblich von der Stiftung WOEB und
auch vom PAD bezuschusst. Der Gegenbesuch ist wegen
Begleiterschwierigkeiten des Berliner Gymnasiums bisher leider noch nicht
erfolgt.
- Die Navrus-Feier 2004
fand im Alten Rathaus der Stadt Bonn statt, mit wahrscheinlich mehr als
700 Gästen. Ab 11.00 Uhr wurde eine Modenschau aus Buchara präsentiert. Es
wurde Usbekistan in großformatigen Bildern von Herrn Maier aus Bietigheim
vorgestellt und es wurden auch turkmenische, sog. Buchara-Teppiche der
Firma Gitizad ausgestellt. Mit einem Sänger und den begleitenden Musikern
wurde bis fast 16.00 Uhr getanzt. Das Buffet wurde vom usbekischen
Generalkonsulat geliefert, bis auf das Salat-Buffet, an dem einige wenige
fleißige Helfer lange gearbeitet hatten und das von Olympia-Reisen
gesponsert wurde. Die nicht-alkoholischen Getränke wurden aus Mitteln der
Gesellschaft bezahlt. Außerdem wurde die Anmietung eines Raums beim
Studentenwerk der Uni Bonn für die abendliche Feier der usbekischen und
deutschen Studenten mit 50 € bezuschusst.
Besonderer Dank gilt der Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, die die
Einladungen verschickt hat, und natürlich Frau Dr. Hohn-Berghorn und ihrem
Team vom Amt für Internationales und Repräsentation. Das Navrus-Fest hat
selbstredend in den Bonner Zeitungen große Beachtung gefunden.
- Die Bonner VHS wurde
von Herrn Brandenburger und Herrn Hermann auf ihre Reise nach Usbekistan
mit vorbereitet.
- Die Broschüre
anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Gesellschaft machte der
Geschäftsleitung viel Arbeit. Besonderer Dank gilt allen Helfern und
Beitragslieferen und natürlich auch der Stadt Bonn, die die Druckkosten
mit einem Zuschuss von 2000 € unterstützt hat. Auch den Sponsoren Flamro
und
Olympia-Reisen ist zu danken.
- Die Broschüre wurde in
der usbekischen Botschaft in Berlin am 6. April 2004 vorgestellt, sehr
feierlich, u.a. mit einer Rede der besonders aus Taschkent herbeigeeilten
Geschäftsführerin der Usbekisch-Deutschen Gesellschaft und einem Beitrag
unseres Mitglieds, Herrn Meuser, der
über die Architektur Zentralaseins sprach und jedem Anwesenden ein
Exemplar seines Buches „Ästhetik der Leere“ übergab.
- Im Mai ist die
Geschäftsführerin mit 20 Personen des Internationalen Frauenzentrums (ifz)
für 2 Wochen nach Usbekistan gereist. In Buchara wohnte die Gruppe bei
usbekischen Familien, und auch sonst hatte sie sehr viel Kontakt mit der
Bevölkerung. Die Reise wurde von der Stiftung WOEB bezuschusst Von dem
erzielten Überschuss wurden im Oktober 2004 13 Business Women aus
Usbekistan eingeladen, die in Deutschland ganz präzise Projekte
verfolgten. Die Geschäftsleitung führte sie zu vielen staatlichen und
privaten Institutionen, z.B. zum Sprachlernzentrum und verschiedenen
Seminaren der Universität Bonn, zur Drogen- und Aidsberatung, zu Versicherungsgesellschaften
und Frauenverbänden, zur Deutschen Welle, aber auch zu einer Einladung ins
Haus einer Fahrtteilnehmerin Hessen sowie zu einer Fahrtteilnehmerin in
Hessen, zur Wartburg und zum Deutschen Bundestag in Berlin, wo der
Präsident der DUG, Herr Dr. Bauer, und unser Mitglied, Herr Vogt, sich
sehr eingesetzt haben. Die Gruppe war wirklich professionell und äußerst
interessiert und hat die Reisegruppe unserer Gesellschaft dann im Mai
dieses Jahr sehr großzügig in ganz Usbekistan unterstützt.
Hervorzuheben ist, dass auch hier die Stadt Bonn den Besuch der
usbekischen Damen mit 1300 € bezuschusst hat, die für die Anreise von 2
Übersetzerinnen bestimmt waren.
- Beim Begegnungsfest der
Stadt Bonn in der Rheinaue am 4. September fanden sich am Stand der DUG
sehr viele Gäste ein. Das Frankfurter Konsulat kam, zwar ohne Zelt, Tische
und Bänke, aber mit Restaurant und Musik. Tische und Bänke konnte die
Geschäftsführerin dann von der Rheinwiese aus noch organisieren. Aber die
Stimmung war prächtig und bis lang in die Dunkelheit hinein wurde getanzt.
Die Zeitung berichtete über das Fest mit der Schlagzeile „Plov schmeckt
nicht nur in Usbekistan“.
- Vom 18. November bis
22. Dezember stellte die Stadt Bonn ihren Projekt-Partnerstädten wieder
einen Weihnachtsmarktstand zur Verfügung, der u.a. das Ziel hatte, die
Bonner Bevölkerung über unsere Partnerschaft mit Buchara zu informieren.
Zudem konnte die Geschäftsführerin durch den Verkauf von usbekischem
Kunsthandwerk ein Frauenhaus in Buchara mit 2.500 $ und einen augenlosen
Jungen, auch aus Buchara, mit 300 $ unterstützen. Höhepunkt des
Weihnachtsmarkts war der Besuch des Bundespräsidenten und seiner Frau an
unserem Stand anlässlich seines Antrittsbesuchs bei der Stadt Bonn.
Zu
TOP 5c
Da
der Kassenprüfer beruflich verhindert ist, wird sein Bericht von Herrn Dr.
Bauer verlesen. Eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben wird den Anwesenden
zur Einsicht vorgelegt.
Der
Kassenprüfer hat die Kasse als korrekt geführt bezeichnet und die Entlastung
des Vorstandes für das Rechnungsjahr 2004 vorgeschlagen.
Zu TOP
6
In
der Aussprache wird die Arbeit des Vorstandes von den Anwesenden positiv
bewertet. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn, besonders mit der
Oberbürgermeisterin und dem Amt für Internationales und Repräsentation wird
gewürdigt. Allerdings wird die Befürchtung geäußert, dass man angesichts der
finanziellen Lage der Stadt weiterhin nicht auf größere Unterstützung durch die
Stadt hoffen dürfe.
Zu
TOP 7
Dem
gegenwärtigen Vorstand wird mit einer Enthaltung die Entlastung erteilt.
Zu
TOP 3
Nach
dem einstimmigen Beschluss, Herrn Staatsminister a.D. Heinz Schwarz, den
Gründer der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V., zum Ehrenpräsidenten zu
wählen, überreicht Herr Dr. Bauer Herrn Schwarz die vorbereitete Ehrenurkunde,
und Herr Vizepräsident Dr. Spary hält eine humorvolle Laudatio auf den
Geehrten, in der er dessen Verdienste auf verschiedenen Feldern der Politik,
besonders aber der Völkerverständigung betont.
Der
frisch gewählte Ehrenpräsident bedankt sich, indem er detailliert darlegt, wie
er noch zur Zeiten des Bestehens der UDSSR nach Usbekistan reiste und den
damaligen Regierungschef der usbekischen Teilrepublik und heutigen Staatschef
traf und Informationen mitbrachte, über die die offiziellen deutschen
Diplomaten in Moskau aus eigener Anschauung nicht verfügten. Im Hinblick auf
die Beurteilung der gegenwärtigen politischen Lage in Usbekistan verweist Herr
Schwarz darauf, dass man sich einerseits bewusst sein müsse, dass die Menschen
dort auf die Menschenrechte genauso Wert legen wie wir, man andererseits aber
berücksichtigen müsse, dass man die Geschichte der Region nicht einfach
abstreifen könne. Er bedauert, dass sich in Deutschland kein rechtes
Bewusstsein für auswärtige Politik, die über Europa hinausgehe, entwickelt
habe. Er appelliert an die Mitglieder der Gesellschaft, die bestehenden
menschlichen Kontakte zwischen den Bürgern unserer beiden Länder weiterhin zu
pflegen und auszubauen.
Zu
TOP 8a: Neuwahl des Schatzmeisters sowie aller Vorstandsmitglieder
- Der Ehrenpräsident,
Herr Staatsminister a.D. Heinz Schwarz, leitet die Neuwahl des Vorstandes:
- Herr Dr. Wolf Bauer,
MdB, wird, bei Enthaltung des Betroffenen, einstimmig als Präsident
wiedergewählt.
- Herr Dr. Peter Spary
wird einstimmig als Vizepräsident wiedergewählt.
- Herr Dr. R. Bindseil wird,
bei Enthaltung des Betroffenen, als Vizepräsident wiedergewählt.
- Herr Dieter
Brandenburger wird, bei Enthaltung des Betroffenen, einstimmig als
Vizepräsident wiedergewählt.
- Herr Dr. Heinz Bühler
wird, bei Enthaltung des Betroffenen, einstimmig als Schatzmeister
gewählt.
- Frau Dagmar Hermann
wird, bei Enthaltung der Betroffenen, einstimmig als Geschäftsführerin
wiedergewählt.
- Herr Wolfgang Schreiber
wird einstimmig zum Vizepräsidenten gewählt.
Die
Herren Michael Giefer und Rolf Götting werden einstimmig zu Kassenprüfern
gewählt.
Zu
TOP 9
Die
Geschäftsführerin berichtet von den Projekten, die im laufenden Jahr 2005
durchgeführt bzw. begonnen wurden: Dazu zählen:
- die Betreuung einer Gruppe
von Damen aus medizinischen Berufen, für die in der Zeit vom 6.-15. April
ein individuelles Besucherprogramm in den Universitätskliniken Bonn, sowie
in Arztpraxen und Apotheken, bei Mitgliedern im Raum Euskirchen aber auch
in Bonn, zusammengestellt wurden. Die Gruppe wohnte, wie üblich, in
Privatfamilien.
- die Teilnahme an der
landeskundlichen Vorbereitung zum Usbekistan-Besuch einer Reisegruppe der
evangelischen Kirchengemeinde Bonn-Beuel
- die Organisation und
Durchführung einer Studienreise nach Usbekistan für Mitglieder und
„Sympathisanten“ der DUG. (Dabei konnten neue Mitglieder für die
Gesellschaft gewonnen werden.)
- die Mitarbeit bei der
Vorbereitung, Organisation und Durchführung des TACIS-Projektes zum Thema
„Erneuerbare Energien“, an dem die
Stadt Bonn mit den Schulen Emilie-Heyermann Schule u. Beethoven-Gymnasium
sowie Buchara mit der Schule Nr. 4 beteiligt sind. Die erste Arbeitsphase
der Bonner Schüler in Buchara hat vom 20.-29. 10. unter der Gesamtleitung
von Frau Hermann gerade stattgefunden.
- ein weiteres TACIS-Projekt in der Region Choresm zum Thema „Regional Economic
Development in Xorazm Viloyat, Uzbekistan, through Support of Home-Based
Businesses“, in Zusammenarbeit mit
dem „Women’s Center Ihlos“ und ursprünglich dem American Peace Corps,
dessen Mitarbeiter inzwischen aber Usbekistan verlassen mussten.
Fest vereinbart ist wieder der Weihnachtsmarktstand im
Rahmen der Initiative der Stadt Bonn „Kunsthandwerk aus Bonns Partnerstädten
zur Unterstützung gemeinnütziger Projekte“ von Ende 18. November bis zur kurz
vor Weihnachten im Schatten des Bonner Münsters.
Weiterhin in Planung für Ende Januar 2006 ist ein
Märchenabend mit usbekischen Märchen
Zu
TOP 10
Herr
Wolfgang Schreiber, zu Besuch aus Taschkent, berichtete von der Lage in Usbekistan.
Anschließend
gab Herr Dr. Bühler einen Einblick in die Arbeit, die er für die
Konrad-Adenauer-Stiftung in Usbekistan und den benachbarten zentralasiatischen
Staaten bis zu seiner Pensionierung im letzten Jahr geleistet hat. Der
Schwerpunkt lag dabei auf seinen Bemühungen um grenzüberschreitende
Verständigung, die besonders bei der Jugend nach anfänglichen Schwierigkeiten
Erfolge zeigten.
Schluss
der Veranstaltung: 22.15 Uhr
Königswinter,
den 12.11.2005
Heinrich A. Hermann