Offizieller Beginn der Projektpartnerschaft Bonn-Buchara

 

Von Heinrich A. Hermann

 

Am Dienstag, dem 4. September 2000, wurden die Bemühungen des Botschafters der Republik Usbekistan, Herrn Dr. Norov, der sich mit der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft bemüht hat, das besondere Flair seiner Heimatstadt Buchara in Deutschland bekannt zu machen, von Erfolg gekrönt: Die Städte Bonn und Buchara schlossen einen Projekt-Partnerschaftsvertrag, mit dessen Hilfe die bereits bestehenden Beziehungen zwischen Bonn und Buchara im Bereich des Schüleraustauschs und der Kultur, die vor allem bisher von Mitgliedern unseres Vereins durchgeführt und finanziell unterstützt wurden, ausgebaut werden sollen. So wurde z.B. ein auf ein Jahr befristetes Wasser- und Umwelt-Projekt in Buchara unter Einbeziehung der in Bonn ansässigen UNO-Kommission beschlossen.

Dieser offizielle Akt wurde begleitet von der Veranstaltungsreihe „Kulturelle Begegnung mit Buchara“ vom 4. – 11. September, die vom Kulturamt der Stadt (mit Beratung durch die Deutsch-Usbekische Gesellschaft) durchgeführt wurde.

Nach Juni 1999, als unsere Gesellschaft eingeladen hatte, hatte die Bonner Öffentlichkeit ein weiteres Mal Gelegenheit, die klassische usbekische Musik des Schachmaqom zu hören und in Tanz umgesetzt zu sehen. Außer dem begeistert aufgenommenen Konzert im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses, zu dem alle Mitglieder unseres Vereins eingeladen waren, fanden Konzerte in der ‚Brotfabrik’ Beuel, in Bad Honnef, am Schloss Augustusburg in Brühl und auf dem Bonner Marktplatz statt. Bei den letztgenannten Veranstaltungen wurde die klassische Musik des Schaschmaqom mit der modernen Ethno-Pop-Musik des Ensemble Gijoh gemischt und ergänzt.

Außerdem konnte das Bonner Publikum sich auch an Beispielen des neuen usbekischen Films in der Kinemathek der „Brotfabrik“ in Bonn-Beuel erfreuen. Besondere Beachtung verdiente auch die Fotoausstellung „Buchara – die edle Stadt Usbekistans, ein Leben zwischen Tradition und Moderne“, für die die Bezirksverwaltung Bonn-Hardtberg ihre Räume zur Verfügung stellte. Der Schwerpunkt der Bilder lag dabei auf den Menschen Bucharas und nicht auf den den Freunden der Stadt bekannten architektonischen Wahrzeichen.

Die usbekische Kulturwoche in Bonn gab vielfältige Möglichkeiten der Begegnung der Kulturen und Menschen, da die Musiker und Tänzerinnen von Kunsthandwerkern begleitet waren, die ihre Produkte bei den Veranstaltungen feilboten. Es kam auch zu interessanten und ergebnisreichen Gesprächen mit den Mitgliedern der offiziellen Delegation aus Verwaltungs- und Geschäftsleuten und so zu neuen Beziehungen, die die Initiativen unserer Gesellschaft in Buchara in Zukunft erleichtern werden.

In diesem Zusammenhang möchten wir unsere Mitglieder zur Mithilfe aufrufen: Die Porzellan-Fabrik Ibragimov in Taschkent sucht einen deutschen Partner, die Stadt Buchara sucht Know-How, Maschinen, Organisatoren und Investoren für Betonprodukte wie Pflastersteine und für Gipsprodukte wie Leichtbauwände etc.

Usbekische Künstler suchen Ausstellungsräume für ihre vielfältigen Bilder und Kunstobjekte; klassische und Ethno-Pop Chöre suchen Veranstaltungsräume (Säle, Hallen, Kirchen) und natürlich auch Sponsoren bzw. aufnehmende Familien; Ärzte und Telefonmitarbeiter suchen Praktika-Plätze und Familien, bei denen sie wohnen können; ein junger Ingenieur aus Andijan sucht eine Busreparaturwerkstatt, in der er lernen möchte, wie die Elektronik der in Andijan nicht mehr nutzbaren Mercedes-Busse wieder in Gang gebracht werden könnte; eine Journalistin sucht einen Praktikumplatz.

Alle reisewilligen Usbeken sprechen ausbaufähiges Deutsch, sind dankbar und recht „pflegeleicht“, nur eben ohne viel Mittel. Ihr Besuch und der Umgang mit ihnen ist immer eine bereichernde Erfahrung.

Die Deutsch-Usbekische Gesellschaft ist gern bereit, jederzeit Hilfestellung zu leisten.

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