Besuch bei der Freundschaftsgesellschaft Usbekistan-Deutschland in Taschkent

 

Von Dagmar Hermann

 

Da ich sowieso in Taschkent war, entschied ich, es sei eine gute Idee, unsere Partnerorganisation, die Freundschaftsgesellschaft Usbekistan-Deutschland, kennen zu lernen. Die usbekische Botschaft hatte mich an den Leiter der Weltsprachen-Universität verwiesen; aber wenn es doch eine deutsche Abteilung an der Universität gibt, deren Studenten ich bereits mehrfach nach Bonn eingeladen hatte? Tatsächlich war Prof. Alichodshajew, der früher an der usbekischen Botschaft in Bonn arbeitete, ein Vorstandsmitglied. Von da an ging alles schnell.

Ich wurde gebeten zu einem Gebäude des Postministeriums, wo bereits einige Damen und Herren und ein sehr reichlich gedeckter Tisch mit vielen selbstgebackenen Kuchen wartete, Frau Umida Kadyrowa, die Direktorin, war da, und Herr Zakhidov, der 2. Vorsitzende, der zugleich der Telekom Usbekistan vorsteht. Frau Galina Astashova von der Partner-Universität stellte sich zu meiner Überraschung als mein Pendant vor.

Wir unterhielten uns lange über die Situation unserer Gesellschaft hier in Deutschland – auf Deutsch! Wer von uns könnte das auf Usbekisch? - , und ich war überaus beeindruckt von der hohen Mitgliederzahl der Gesellschaft in Usbekistan. Zu Weihnachten hatten die Usbeken die deutsche „Kolonie“ in Taschkent weihnachtlich eingeladen.

Da es mir auch um Zusammenarbeit ging – warum sollten wir nicht unsere Meinungen und Erfahrungen austauschen? - , beschlossen wir, unsere Gedanken zu formulieren und Vorschläge zu machen, in Deutschland, wie ich dachte.

Ein paar Tage später wurde ich gefragt, ob mir ein erneutes Treffen auf dem Fernsehturm in Taschkent möglich sei. Natürlich war ich neugierig. Und es war überwältigend: An der Sperre vor dem Turm trafen immer mehr Leute ein, mit Blumen und Geschenken. Die „Dokumente“ wurden schließlich überprüft, und wir fuhren hoch ins Restaurant, wo viele Tische festlich gedeckt waren.

Aber zunächst hatte ich viele Fragen zu beantworten, etwa,

-          ob es eine Möglichkeit gäbe, in Deutschland Notarzt-Praktika zu machen,

-          ob ein praktischer Arzt zu einem Austausch zu finden sei,

-          ob es Ausstellungsmöglichkeiten für Maler gäbe,

-          ob für einen Maler eine Unterkunft gefunden werden könne, damit er in Deutschland Kirchen und Klöster malen könne,

-          ob ein klassischer Chor und ein ebensolches Orchester nicht austauschen könnten,

-          ob es Möglichkeiten gäbe für Musikstudenten, an Musikschulen zu arbeiten, ohne Entgelt, aber für eine Unterkunft,

-          ob eine Journalistin an Symposien teilnehmen könnte,

-          ob usbekische pharmazeutische Produkte in Deutschland geprüft werden könnten zum evtl. Verkauf,

-          ob eine Gynäkologin eine Partnerin zwecks Austauschs finden könne,

-          ob ein Restaurant und eine Porzellanmanufaktur Partner fänden ...

 

Ich war völlig verblüfft, konnte kaum mitschreiben. Glücklicherweise hatte ich eine deutsche Studentin bei mir, die sich ihrerseits mit einigen Gästen unterhielt. Dennoch habe ich sicher viele Fragen gar nicht mitbekommen, Ihnen aber hoffentlich einen Eindruck davon vermittelt, wie groß das Interesse an Deutschland ist und was für möglich und machbar gehalten wird.

Nun meine Frage an Sie:

Haben Sie Rat, sehen Sie Möglichkeiten, können Sie helfen?

 

Mit vielem Dank im voraus.

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