Das usbekische Heldenepos Alpomish erzählt
vom Kampf des Titelhelden gegen die Feinde seines Volkes, von seiner Gefangenschaft und erfolgreichen Befreiung und schließlich seiner glücklichen Heimkehr. Inhaltlich hat das usbekische Heldenepos enge Parallelen zur Odyssee Homers; die Heimkehr des Odysseus weist zahlreiche, zum Teil frappierende Ähnlichkeiten zur Heimkehr des Alpomish auf. Aber nicht nur aufgrund dieser inhaltlichen Ähnlichkeiten ist das usbekische Heldenepos interessant und wichtig für die vergleichende Epenforschung. Im Epos von Alpomish werden die Ideale einer vorliterarischen, ursprünglich nomadischen Gesellschaft verkörpert, und das Epos reicht so in die ältesten historischen Schichten des usbekischen Volks hinab.

 

Die Epenforschung nimmt an, dass schon vor tausend Jahren die Erzählung von Alpomish und seinen Heldentaten unter den Vorfahren der heutigen Usbeken bekannt war. 1999 wurde deshalb in Usbekistan das tausendjährige Jubiläum von Alpomish gefeiert. In einem Festakt in Termez wurde dabei im November 1999 vom Präsidenten der Republik Usbekistan, Herrn Islom Karimov, ein großes Denkmal für den Helden eingeweiht.

Die usbekischen mündlichen Epen werden von Epensängern in der Regel zur Begleitung eines Zupfinstruments vorgetragen, meist der Dombra. Die Epen sind in Vers und Prosa abgefasst. Während die Prosa rezitiert wird, werden die Verspartien gesungen. Die längste und bedeutendste Version des Epos Alpomish stammt von dem Bachschi Fazil Yoldosh-oghli (1872-1955). Die Verspartien seiner Version umfassen ca. 14,000 Verszeilen, entsprechen also ungefähr der Länge der Ilias Homers.

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