Von
Dagmar Hermann
Vom
11. - 25. Januar 2000 waren 26 Usbeken, 22 Schüler bzw. Studenten (ab 17 geht
man zur Universität) und 4 Lehrer in Bonn als Gäste der Schüler, Eltern und
Lehrer des Beethoven-Gymnasiums. Es handelte sich dabei um Angehörige der
Universität für Weitwirtschaft und Diplomatie und des angegliederten Gym-
nasiums sowie zum ersten Mal, als Vorgriff auf die anstehende Städtepartner-
schaft Bonn - Buchara, um vier Schüler und eine Lehrerin der sog.
"deutschen Schule" in Buchara. Der Gegenbesuch nach Taschkent und
Suchara von Schü- lern und Eltern des Beethoven-Gymnasiurns, an dem sich auch
einige Studenten des Zentralasiatischen Instituts der Universität Bonn
beteiligen, findet in den Osterferien vom 17. April bis 1. Mai 2000
statt.
Besuchergruppe
vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Foto: Heinrich H. Hermann)
Neben
der Teilnahme an Unterrichtsveranstaltungen des Beethoven- Gymnasiums wurde für
die Schüler und Studenten ein Programm zusammengestellt, das ihnen lebensnahe
Landeskunde vermitteln sollte, die über die wichtigen menschlichen Kontakte zu
ihren Gastgebern hinausgehen und ihnen, wenn- gleich naturgemäß flüchtige
Einblicke in die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen
Gegebenheiten unseres Landes liefern sollte. Es umfasste daher russischsprachige
Führungen durch die Stadt und durch das Haus der Ge- schichte, den Empfang
durch die Bürgermeisterin Dr. Hockes, einen Besuch im Kinderkrankenhaus in
Sankt Augustin sowie bei der Lebenshilfe in Born, eine Betriebsbesichtigung in
einem mittelständischen Unternehmen, der Kuhne AG, bei der auch über die Rolle
des freien Unternehmertums ausführlich diskutiert werden konnte, eine
eingehende Information durch einen Vermögensberater der Sparkasse Bonn über
das Bankenwesen in Deutschland, Teilnahme an Verhandlungen des Bonner Schöffengerichtes
und nicht zu vergessen: als Ge- schenke der Stadt Bonn: Schiller, Don Carlos'
und Mozart, Die Entführung aus dem Serail'.
Die
usbekischen Schüler "verewigen" sich in der Kuppel des Reichstages
(Foto: Heinrich A. Hermann)
Da
wir Bonner unseren jungen Gästen Demokratie auf Bundesebene nicht mehr
demonstrieren können (diesmal war allerdings noch ein informativer Besuch beim
Bundesrat möglich), haben wir eine Gemeinschaft stiftende Busfahrt aller am
Austausch Beteiligten nach Berlin unternommen, wo wir von Herrn Rosenberger als
kenntnisreichem Mitarbeiter von Herrn Dr. Bauer empfangen und geführt wurden,
wobei er sich mit Erfolg bemühte, die Kälte und den Schnee vergessen zu
machen, mit dem uns Berlin recht unfreundlich empfing. Höhe- punkte waren die
Besichtigung der Kuppel des Reichstagsgebäudes, des jüdischen Museums und der
Schlösser Cäcilienhof und Sanssouci.
Unser
Austausch war nach anfänglichen Schwierigkeiten, vor allem mit den
auslandsunerfahrenen Schülern aus Buchara, freundschaftlich und erfolgreich
sowohl in sprachlicher als auch in inhaltlicher Beziehung. Die Schüler und
Lehrer waren aufgeschlossen und interessiert. Die Usbeken hatten Material
gesammelt, um die Schönheiten ihres Landes zu zeigen, und sie stellten sich
unserer Schulgemeinde mit Tänzen, Musik und der Darstellung ihrer Position in
der Welt vor, voller Stolz auf ihren jungen Staat und ihr so altes Land. Doch
sie waren überaus beeindruckt von den demokratisch-staatlichen und
umweltpolitischen, aber auch landschaftlichen Aspekten unseres Landes. Sie
erfuhren aus unseren Medien z.B., was Deutschland von ihren Parlaments- und Präsidentschaftswahlen
hielt, und wir haben freundschaftlich-erklärend diskutiert. Nicht nur auf der
Fahrt nach und von Berlin waren 25 Usbeken und 21 Deutsche in ständigem Gespräch.
Die
Deutschen erwiesen sich als ausgesprochen gastfreundlich und waren voll des
Lobes über ihre Gäste, wie auch die Gäste sich sehr zufrieden über ihre
Gasteltern äußerten. Jetzt wollen die Usbeken ihrerseits Gastgeber sein, und
unsere Bonner sind voller Erwartung.