Aus.
Berlin-Bonn-Journal, 212000
Nach
dem Zerfall der UdSSR war die Republik Usbekistan eine der ersten, die in Bonn
ein eigenes Botschaftsgebäude einrichtete. An der Rigal'schen Wiese wurde eine
vernachlässigte Villa erworben und mit Material und Arbeitskräften aus
Usbekistan zu einem landestypischen Botschaftsgebäude entwickelt. Heute gehört
das Haus zu den interessantesten Villen in Bad Godesberg. Mit ein wenig Wehmut
sind daher die Vorbereitungen für den Berlin-Umzug angelaufen.
Am 25. Januar 2000 hatte nun der Außerordentliche und Bevollmächtigte Bot- schafter der Republik Usbekistan, Dr. Vladimir Norov, zu einem Empfang gela- den. Bundestagsabgeordnete, Angehörige des Auswärtigen Amtes, Vertreter der deutschen und Berliner Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft, der Presse und des diplomatischen Corps fanden sich in einem Provisorium ein: im Ballhaus Tier- garten. Anlass des Empfangs war die Vertragsunterzeichnung über den Kauf der
Ballhaus
Tiergarten (Foto: Botschaft Usbekistan, Dornke)
Immobilie
in der Perleberger Straße 62 durch die Republik Usbekistan, die das seit 1993
ungenutzte Gebäude zur künftigen Botschaft herrichten will. Die offizi- elle
Eröffnung der Botschaft ist am usbekischen Unabhängigkeitstag, am 1.
September, geplant. Mehrere Millionen Mark sollen bis dahin ein kleines Wunder
bewirken: die Verwandlung des seit 1880 als Offiziers-Speiseanstalt und später
als Ball-, Versamrnlungs- und Kulturhaus genutzten Saus in eine repräsentative
Residenz mit angeschlossenem Informations- und Kulturzentrum.
Botschafter Norov äußerte
sich unter anderem zu den Beweggründen, die Botschaft unmittelbar mit einer Stätte
alltäglicher Begegnung zu verbinden: "Allein die Tatsache, dass das
Ballhaus früher ein einzigartiges Zentrum der kulturellen Kommunikation war,
verpflichtet uns zu vielem. Mit der Errichtung unseres In- formations- und
Kulturzentrums wollen wir jedem Bewohner von Tiergarten, von ganz Berlin und darüber
hinaus die Möglichkeit bieten, die uralte Kultur und die
Tradition
unseres Volkes kennen zu lernen und auch die neuen Seiten der Ge- schichte und
des heutigen Lebens zu entdecken. Ganz allgemein sollen die Modernisierungs- und
Renovierungsarbeiten die Besonderheiten der vorhandenen Gebäudeteile so mit
neuem Eigenen verbinden, dass die wunderbare Harmonie zwischen dem Orient und
dem Westen auf eine natürliche Weise wider- gespiegelt wird."