"Taschkenter
Resolution gegen religiös-politischen Ter- rorismus und Extrernismus"
Aus
Anlass des internationalen, interreligiösen und politischen Dialogforums zum
Thema: Religion und Demokratie, vom 02. bis 05. November 1999 in Taschkent,
wurde von den Teilnehmer die folgende Resolution verabschiedet:
1.
Die Staaten der Welt mit ihren unterschiedlichen religiös-kulturellen Prägun-
gen rücken einander immer näher. Dies erfordert einen ständigen Dialog
zwischen den Kulturkreisen gerade auch auf gesellschaftlicher, kultureller und
religiöser Ebene.
2.
Offenbarungsreligionen betrachten die allgemein menschlichen Werte wie
Liebe, Toleranz, Güte, Brüderlichkeit und Hilfsbereitschaft als Grundprinzipien ihrer Botschaften. Sie streben danach, diese Gebote in der Seele und im
Bewusstsein eines jeden Menschen zu stärken.
- Toleranz gegenüber Andersgläubigen wie die
Achtung der Menschen- und der Minderheitenrechte sind die Voraussetzung für
ein friedliches Zusammenleben zwischen den Staaten wie auch in jedem
Staate selbst.
- Religion darf nie wieder
zur Aufstachelung von Hass und Gewalt oder zur Verfolgung von
Machtinteressen missbraucht werden.
- Alle Forumsteilnehmer bekräftigen den Grundsatz
der Toleranz und Achtung
gegenüber den jeweils anderen Religionsgemeinschaften aber auch ge-genüber
jenen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören.
- Wir, die Forumsteilnehmer, unterstreichen, dass
religiös-politischer Terrorismus und Extremismus mit wahrhaftem Glauben
oder mit anderen wertgebundenen Überzeugungen nichts zu tun hat. Wir
verurteilen mit allem Nach- druck Beglichen Terrorismus und Extremismus.
Gewalt darf kein Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele sein.
- Wir sind der Auffassung, dass - an der Schwelle
zum Dritten Jahrtausend - der ständige Dialog zwischen den Religionen,
Konfessionen und Kulturen jetzt und in Zukunft eine immer größere
Bedeutung erhält. Denn der sich gegenwärtig vollziehende Prozess der
'Globalisierung' berührt alle Lebens- bereiche des Menschen einschließlich
seines religiösen und geistigen Lebens. Dieser Dialog muss auf der
Basis der menschlichen Werte und der Achtung vor dem anderen beruhen.
- Die Anerkennung der Universalität der
Menschenrechte, die das Leben eines jeden Individuums und seiner Würde schützen
und die soziale Wohl- fahrt der Bevölkerung müssen Verpflichtung der
Politik eines jeden Staates sein. Dabei ist es unerheblich, ob die Menschen
durch ihren Glauben an Gott oder kraft eigener Erkenntnis zur Anerkennung
dieser moralisch- ethischen Werte gelangen.
- Da Vorurteile meist auf Unkenntnis beruhen, ist
auf allen Ebenen eine um- fassende und unvoreingenommene Information über
andere Religionen, Kulturen und wertgebundene Weltanschauungen anzustreben.
- Im Einklan g mit dieser Überzeugung rufen wir,
die Teilnehmer an den Internationalen, Interreligiösen und Politischem
Dialogforum ‚Religion und Demokratie’, die Organisation der Vereinten
Nationen auf, das Jahr 2002 zum Jahr der interreligiösen Solidarität gegen
jegliche Form von Terrorismus und Extremismus zu erklären.
Die
Unterzeichner:
Prof.
Dr. Alischer A. Azizhodschajew, Rektor der Akademie für Staats- und
Gesellschaftsaufbau unter dem Präsidenten der Republik Usbekistan, Taschkent.
Barbara
Kuhnert, Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart
Wolfgang
Schreiber, Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung für Ksachstan,
Kirgistan, Usbekistan, Taschkent
Prof.
Dr. Sachidullo Munawarow, Vorsitzender der Internationalen Imam Al Buchari
Stiftung, Taschkent
Dr.
Gulnara N. Babadschanowa, Geschäftsführende Direktorin des Internationalen
Zentrums für die Weiterbildung von Journalisten, Taschkent.
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