Die Kunst der mündlich überlieferten usbekischen Volksmusik ist eine der ältesten in der Welt und war bereits sehr früh hochentwickelt. Die Vielfalt der Gesangs- und Musikkunst des usbekischen Volks wurde von Generation zu Generation überliefert. Ihre szenische Darstellung, genannt "maqom", spiegelt die enge Wechselwirkung zwischen verschiedenen Kulturen und die Verpflechtung von Kunst und Religionen wider. Dieser Prozeß wurde durch die Große Seidenstraße intensiviert, und eins der Zentren an der Seidenstraße war Buchara, der 2.500 jährige kulturpolitische Mittelpunkt Turans.
Der "schaschmaqom" von Buchara besteht aus sechs "maqoms", und der auf der Grundlage von 12 "maqoms" kreierte "schaschmaqom" von Buchara gilt als die Perle des Orients und ist der komplizierteste und älteste unter den "maqoms". Er stellt einen Kanon aus mehr als 560 Melodien und Liedern dar.
Die Namen von "maqoms", z.B. "Größe", "Glück" oder "Schönheit", beziehen sich auf Akkorde, Stimmlagen und Reihenfolgen. Neben der musikalischen Form hat der "schaschmaqom" auch eine religiöse und philosophische Bedeutung.
"Maqoms" lassen sich in zwei Teile gliedern: der erste Teil, "muschkilot", ist ein ausschließlich instrumentaler Teil. Der zweite Teil, "nasr", ist ein Gesang mit instrumentaler Begleitung. Alle Lieder im "maqom" von Buchara richten sich nach den 30 verschiedenen Tempi der Schlaginstrumente, zu denen u.a. die "doira" gehört. Eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des "schaschmaqom" kommt dem Musikinstrument "tambur" zu. Dieses Musikinstrument ist im Sarafschan-Tal weit verbreitet. "Maqoms" werden vorwiegend im Zusammenspiel von "tambur" und "doira" vorgetragen. Der "tambur" schafft Akkorde und setzt Akzente, die für einen "maqom" typisch sind.
Seit der Unabhängigkeit der Republik Usbekistan hat sich der Staat zur Aufgabe gemacht, das unschätzbare geistige und kulturelle Erbe wiederzubeleben, das unsere Vorfahren im Laufe vieler Jahrhunderte geschaffen haben.
So wurde 1991 das Ensemble "Schaschmaqom" in Buchara gegründet, das zur Wiederbelebung der Vielfalt und des gesamten Kolorits der Aufführung von komplizierten Elementen der Gesangskunst beitragen soll.
Das Ensemble "Schaschmaqom" besteht aus 10 Musikern und 10 Tänzerinnen in traditionellen farbenfrohen Volkstrachten, die auf der Bühne ein faszinierendes Bild aus Musik, Liedern und Tanz entstehen lassen und dabei Tradition und Moderne verbinden.
Das Ensemble hat bereits mehrfach erfolgreich in verschiedenen europäischen Ländern gastiert, ist aber zum ersten Mal in Bonn.