Protokoll der Mitgliederversammlung
der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V.
vom 17.09.2003
Beginn: 19.15 Uhr
Anwesende Damen und Herren: Ataev (Usbekische Botschaft), Dr. Bauer, Brandenburger, Giefer, Hermann, Klein, Meurin, Schwarz, Dr. Spary, Voigt, Vonderbank
Zu TOP 1
Herr Dr. Bauer eröffnete die Mitgliederversammlung, begrüßte die Anwesenden und
stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest.
Zu TOP 2
Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 26.09.2002 wurde einstimmig
genehmigt.
Zu TOP 3a
Der Präsident, Herr Dr. Bauer, berichtete von dem Wunsch des usbekischen
Botschafters an die Gesellschaft, ihr Tätigkeitsfeld stärker nach Berlin
auszudehnen. In diesem Zusammenhang fand am 16. Mai ein Treffen mit Herrn Prof.
Schulmeister und weiteren Mitgliedern des Förderkreises Usbekistan der EPOG in
der Usbekischen Botschaft statt, bei dem eine Kooperation angedacht wurde. Am
23. Oktober 2003 wird nochmals ein Treffen im kleinen Kreise stattfinden, bei
der eine Lösung für eine Zusammenarbeit beider Organisationen gesucht werden
soll. Grundsätzlich möchte die Deutsch-Usbekische Gesellschaft e.V. ihren
Standort Bonn nicht aufgeben.
Zu TOP 3b
Die Geschäftsführerin verwies auf Veranstaltungen im Bonner Raum, die wie üblich alljährlich von der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft initiiert bzw. unter ihrer Beteiligung durchgeführt wurden, z.B.
Am 5.10. – 12.10.2002 fand auf Initiative von Herrn Neuwirth in Berlin der Besuch von 4 Musik-Schülern und ihrer Musik-Lehrerin von der Uspenski-Schule, Taschkent statt. Die Geschäftsführung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V. beantragte mit Erfolg die Übernahme der Flugkosten durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen und half bei der Beschaffung der Visa.
Vom 12. – 26- 10. 2002 fand der Erwachsenenaustausch mit
10 Teilnehmern als Gegenbesuch zu der Reise einer Gruppe der
Usbekisch-Deutschen Gesellschaft vom 05. –12. 06. 2001 statt, der den deutschen
Teilnehmern die Gelegenheit bot, vielfältige Eindrücke von Usbekistan zu
gewinnen, von Karakalpakstan im Westen bis zum Ferghana-Tal im Osten, immer
eingebunden in die private Fürsorge usbekischer Gastlichkeit.
Am 4. Dezember 2002, dem Dies , stellte Herr Prof. Karl Reichl im Festsaal der Universität in Anwesenheit des usbekischen Botschafters Dr. Norov und mehr Publikum, als der Saal fassen konnte, seine Übersetzung des „Alpomysch“-Epos vor. Es schloss sich ein Empfang im Englischen Seminar an, da Herr Prof. Reichl Ordinarius für Anglistik der Universität Bonn ist. Die Deutsch-Usbekische Gesellschaft e.V. lud zu diesem Fest den usbekischen Epensänger, Herrn Boltaev, ein, der Ausschnitte aus dem Epos vortrug, und übernahm die Kosten für die gesetzlich notwendigen Versicherungen. (Herr Prof. Reichl übernahm die Kosten für die den Sänger begleitenden Herren der usbekischen Akademie der Wissenschaften.) Die Geschäftsführung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V. übernahm den Schriftverkehr mit der Deutschen Botschaft in Taschkent und sicherte die notwendigen Visa.
Am 8.
Januar 2003 um 19.30 Uhr hatte die Deutsch-Usbekische Gesellschaft e.V. zum
Diavortrag mit Herrn Prof. Dr. Klaus Pander, Trier, im Saal des Presse- und
Informationsamtes der Bundesregierung, Welckerstr. 11, 53113 Bonn, eingeladen
zum Thema „Usbekistan, Land an der Großen Seidenstraße – heute. Timurs Erben im
Spannungsfeld zwischen Europa und Asien“. Die vorgesehenen 100 Sitzplätze
reichten nicht aus, so dass wir uns über das Interesse an Usbekistan sehr
freuen konnten.
Im Dezember 2002 schickte die Geschäftsführung einen Rundbrief an alle Mitglieder mit der Bitte, sich möglichst mehr um in Deutschland studierende Usbeken zu bemühen, zugleich nahm sie Kontakt mit dem Ausländeramt der Universität Bonn auf, das zwar aus Datenschutzgründen die Adressen in Bonn studierender Usbeken nicht angeben durfte, sich aber bereit erklärte, entsprechende Einladungen in unserem Namen zu verschicken. Neben Einladungen zum Weihnachtsfest ergab sich daraus ein informeller monatlicher Stammtisch, der den im Raum Bonn/Köln lebenden usbekischen Studenten Gelegenheit bietet, mit Deutschen, aber auch mit einander Kontakt aufzunehmen und zu pflegen. Auch mehrere Au-pair-Usbeken haben sich zwischenzeitlich gemeldet, sogar in Deutschland lebende Usbeken.
In diesem Zusammenhang sind besonders Herr u. Frau Tietze hervorzuheben, die nicht nur einen Doktoranden des Bonner ZEF anschrieben und zu sich ins Münsterland einluden, sondern vom 01.07. – 03.07. 2003 auch fünf usbekische Studenten und die Hermanns ins westliche Münsterland und den Teilnehmern in einem straffen Programm Gelegenheit bot, Informationen über die Förderung der Touristik, das Sparkassenwesen, die Logistik der Bundeswehr, die Aufgaben der „Euregio“ und die Organisation der grenzüberschreitenden Landesgartenschau Gronau/Losser zu gewinnen. Ein gastliches Zusammensein im Hause Tietze und ein Stadtrundgang in Münster rundete diese generöse Veranstaltung ab.
Die Geschäftsführerin gedachte unseres verehrten Mitgliedes, Frau Prof. Dr. Annemarie Schimmel, die in Beisein von Vertretern einer weltweiten Trauergemeinde in Bonn zu Grabe getragen wurde.
Frau Hermann sprach dann auf das Schicksal der Turkologischen Bibliothek der Uni Bonn an, die durch die Emeritierung von Prof. Dr. Michael Weiers und die damit verbundene Verschiebung des Schwerpunkt der Arbeit des Seminars für Sprach- und Kulturwissenschaften Zentralasiens auf den Raum Tibets in ihrem Bestand gefährdet zu sein scheint. Die Geschäftführerin wurde beauftragt, herauszufinden, wie es um die Bibliothek bestellt ist, und wie man ihren Fortbestand für die Wissenschaft sichern kann.
Die alltägliche Arbeit der Geschäftsführung befasst sich mit der Beantwortung von täglich etwa 10 Anfragen aller Art. So konnte z.B. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und dem Generalkonsulat in Frankfurt einer jungen Dame die Möglichkeit gegeben werden, für ein halbes Jahr Sozialarbeit zu leisten an der von ihr gewünschten Kindergarten-Institution in Usbekistan als Vorbereitung auf ihre Ausbildung, wobei das Arbeitsamt die Sozialkosten übernimmt und das Generalkonsulat das Visum für die benötigte Dauer ohne bürokratische Hindernisse ausstellt.
In Zusammenarbeit mit dem Senior-Experten-Service in Bonn wird z.Zt. die Mentorentätigkeit von im Ruhestand lebenden Deutschlehrern aus Bonn bzw. Köln in Buchara sowohl an der Universität als auch der Schule Nr. 4 in die Wege geleitet. Die Gesellschaft bedankt sich in diesem Zusammenhang für die Unterstützung des Usbekischen Außenministeriums.
Außerdem gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem ‚Center for International Cooperation Bonn’ gut, die für ihr gegenwärtiges Projekt „Regionen im Dialog 2003, Im Blickpunkt Zentralasien“ um Unterstützung, z.B. bei Bildmaterial und der Benennung von Experten nachgesucht hat.
Der Schatzmeister gab einen kurzen Kassenbericht und stellte fest, dass die Rechnungsführung richtig und die Finanzlage des Vereins als gesund zu betrachten ist.
Zu TOP 4
In der anschließenden Aussprache wurde die Arbeit des Vorstandes vertreten durch die Geschäftsführung gewürdigt.
Zu TOP 5
Auf Antrag von Herrn Staatsminister a.D. Heinz Schwarz wurde dem Vorstand einstimmig die Entlastung erteilt.
Zu TOP 6
Dr. Spary beantragte, den gesamten Vorstand neu zu wählen, um eine gleichlaufende Amtsdauer zu erzielen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und die Tagesordnung um den Punkt 6aa) Neuwahl der Vizepräsidenten ergänzt.
Herr Staatsminister a.D. Heinz Schwarz wurde mit der Durchführung der Wahlen bestimmt.
Zu TOP 6a)
Herr Dr. Wolf Bauer, MdB wurde einstimmig als Präsident wiedergewählt.
Zu TOP 6a)
Die Herren Dr. Reinhart Bindseil, Botschafter a.D.,
Dieter Brandenburger
und Dr. Peter Spary
wurden mit einstimmig, bei jeweils 1 Enthaltung, als Vizepräsidenten wiedergewählt.
Zu TOP 6b)
Herr Ulrich Voigt wurde bei einer Stimme Enthaltung einstimmig als Schatzmeister wiedergewählt.
Zu TOP 6c)
Frau Dagmar Hermann wurde bei einer Stimme Enthaltung einstimmig als Geschäftsführerin wiedergewählt.
Zu TOP 6d)
Herr Michael Giefer wurde bei einer Stimme Enthaltung einstimmig zum Kassenprüfer gewählt.
Zu TOP 7
Die Geschäftführerin stellte, im Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn, für das 2004 die Feier des usbekischen Frühlingsfestes „Navrus“ im Bonner Rathaus in Aussicht.
Ansonsten werden die laufenden Projekte in der gewohnten Form weitergeführt. So erwartet sie 20.09.2003 wieder 22 Besucher aus den Partnerschulen in Buchara und Taschkent, die bis zum 04.10. 2003 bei Bonner Familien leben werden. Der deutsche Gegenbesuch, der ursprünglich für die Osterferien geplant war, aber wegen des Irak-Krieges auf Wunsch der Eltern wird sich auf die kommenden Herbstferien verschoben wurde, wird vom 18.10. – 01.11.2003 stattfinden.
Herr Staatsminister a.D. Heinz Schwarz regte eine engere Zusammenarbeit der Deutsch-Ausländischen Gesellschaften im Bonner Raum an, um damit dem Bemühen der Stadt Bonn, ihren internationalen Charakter als UNO-Stadt zu entwickeln, entgegen zu kommen.
In der Frage der zentralasiatischen Bibliothek regte er nach sorgfältiger Recherche des Sachverhaltes den Protest der Gesellschaft, zumindest in der Lokalpresse, an.
Der Geschäftsführerin wurde aufgetragen, mit Redaktionsende 30.11.2003, das „Usbekistan-Info“ wieder aufleben zu lassen.
Zu TOP 8
Herr Dr. Spary sprach, in Anwesenheit des Vertreters des usbekischen Botschafters, die Frage nach der Einrichtung von Honorarkonsulaten an, die viel zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern beitragen könnten. Herr Ataev von der Botschaft erklärte, dass für Bremen ein solches Projekt bereits in Erwägung gezogen werde.
Herr Ataev dankte im Namen des Botschafters der Gesellschaft für ihre Arbeit, die in seinem Land hochgeschätzt werde. Der Botschafter begrüße die angedachte Ausweitung der Tätigkeit unserer Gesellschaft in Berlin. Er verwies auf die engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern, die sich z.B. durch die gegenseitigen Besuche des Verteidigungsministers Usbekistans in Deutschland und einer Delegation des Haushaltsausschusses des Bundestages in Usbekistan zeige.
Schluss der Veranstaltung: 20.35 Uhr
Königswinter, den 10.10.2003