Protokoll der Mitgliederversammlung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft vom 16.10.2000

 

Beginn: 19.40 Uhr

 

Zu TOP1

Herr Dr. Bauer eröffnete die Mitgliederversammlung und stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest.

 

Zu TOP 2.1

Der Präsident, Herr Dr. Bauer, berichtete über die Tätigkeit des Vereins:

Die Filmvorführung über den Aralsee, die in Zusammenarbeit mit der usbekischen Botschaft und dem Auswärtigen Amt im März 2000 erfolgt war, erwies sich als ein großer Erfolg; mehrere Kopien des Filmes wurden an Interessenten weitergeleitet. In diesem Zusammenhang besonders erwähnenwert ist die Tatsache, dass das Vereinsmitglied OLt Kleppmann den Film vor deutschen Soldaten im Kosovo vorführte und danach eine Spende der Soldaten an den Verein „Kinder des Aralsees“ weiterleitete.

Prof. Doench führt sein „Mutter und Kind“ Programm weiter und hat Fortschritte im Ärzteaustausch zwischen der Universität Göttingen und der Nationaluniversität Taschkent gemacht und kleinere Ambulanzen aufgebaut, die in den ländlichen Gebieten Usbekistans tätig sind.

Es hat ein Gespräch zwischen Herrn Dr. Bauer und Prof. Schulmeister und Frau Khaiddarova von der EpoG in Berlin stattgefunden: man kam überein, dass eine Kooperation im kulturellen Bereich angestrebt werden soll, wohingegen eine Fusion der beiden Organisationen nicht in Frage käme. Herr Dr. Bauer schlug vor, dass die Deutsch-Usbekische Gesellschaft Bonn zum Hauptort ihrer Aktivitäten machen solle.

Es sei geplant, zu Beginn des nächsten Jahres 7-8 Vertreter der Usbekisch-Deutschen Gesellschaft für eine Woche nach Deutschland einzuladen, wobei sich die Delegation 3 Tage in Bonn und 3 Tage in Berlin aufhalten solle. Der Sinn dieses Besuches soll die Stärkung der Freundschaft zwischen den Mitgliedern beider Organisationen sein und Wege zu künftigen gemeinsamen Projekten ebnen, zumal die Usbekisch-Deutsche Gesellschaft über hochrangige Mitglieder verfügt, deren Einfluss der gemeinsamen Sache dienlich sein könnte.

Anlässlich dieses Besuches soll in St. Augustin, im Zusammenhang mit der Konrad-Adenauer Stiftung, ein Seminar zu den Themen Wirtschaft, Kultur und Kommunikation abgehalten werden.
Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung wird die Deutsch-Usbekische Gesellschaft unter Heranziehung von Stiftungen bestreiten. Die Flugkosten müssten von der usbekischen Seite getragen werden.

TOP 2.2 wurde bis zur nächsten Mitgliederversammlung, Mitte März 2000, zurückgestellt, während der die Wahl eines neuen Schatzmeisters erfolgen soll, da Frau Reinhard wegen der Distanz zwischen Berlin und Bonn ihr Amt nicht mehr ausüben möchte.

Zu TOP 2.3

Die Geschäftsführerin, Frau Hermann, ergänzte die Darstellung des Präsidenten mit dem Hinweis auf das Info Nr. 9, das in Vorbereitung ist, und auf die Tatsache, dass die Gesellschaft seit Anfang Oktober unter der Adresse http://www.deutsch-usbekische-gesellschaft.de im Internet zu finden ist. Außerdem wies sie auf Aktivitäten hin, die sich aus ihrer beruflichen Tätigkeit als Studiendirektorin am Beethoven-Gymnasium der Stadt Bonn ergeben haben:

So hielten sich im Januar 2000 28 usbekische Schüler aus Taschkent und Buchara mit ihren Lehrern für 2 Wochen in Bonn auf, besuchten die Schule, nahmen an einem umfangreichen Besichtigungsprogramm teil und lebten in Bonner Familien. Die Mitarbeiter des Präsidenten der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft organisierten ein Besichtigungsprogramm in Berlin, das Besuche im Reichstagsgebäude und in Potsdam einschloss.

Den Gästen wurde bei Ihrer Rückreise dreizehn Bananenkartons mit Deutschbüchern mitgegeben, die leider, entgegen der ursprünglichen Absicht, nur die Taschkenter Schulen erreichten.

In den Osterferien fand der Gegenbesuch in Taschkent und Buchara unter Leitung von Frau Hermann statt, an dem sich auch 6 Eltern statt ihrer Kinder beteiligten.

Im September, im Vorgriff auf die sich anschließenden usbekischen Kulturtage in Bonn, fand in Bonn ein weiterer Austausch mit Schülern und Lehrern aus Taschkent und Buchara statt, der in der erprobten Form ablief. Der Gegenbesuch ist für Ostern 2001 geplant.

 

Die Deutsch-Usbekische Gesellschaft unterstützte das Kulturamt der Stadt Bonn bei der Organisation der usbekischen Kulturtage. Erfreulich war, dass die Stadt Bonn das gleiche Ensemble „Schaschmaqom“ ausgesucht hatte, das im vorhergehenden Jahr auf Einladung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft bereits in Bonn gastierte hatte. Das Ensemble trat bei Konzerten im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses, in der Brotfabrik und bei der Deutschen Stiftung für Entwicklung in Bad Honnef auf. Die Musiker fanden sich bereit, weitere Schulbücher, diesmal für die Schulen in Buchara, in ihrem Reisegepäck mitzunehmen.

Frau Hermann wies daraufhin, dass sich aus diesen Schüleraustauschen weitere Projekte ergeben haben, in der die deutschen Gastgeber ihre besonderen Beiträge leisteten:
so hielten Herr Prof. Sachsse und seine Frau ein 14 tägiges Seminar mit Workshop an der Kunstuniversität Taschkent ab; Ärzte aus Bonn, d.h. Schüler-Eltern, die in den Herbstferien mit Frau Hermann nach Usbekistan reisten, überlegen, wie sie der anlässlich ihres Aufenthaltes in Buchara der von dem dortigen Gesundheitsdezernenten geäußerten Bitte um Hilfe im Kampf gegen Hepatitis B nachkommen können, zumal der Bürgermeister aus Buchara in diesem Zusammenhang zugesagt hat, die sanitären Anlagen der Partnerschulen zu erneuern und die Bedeutung der Hygiene den Schülern nahe zu bringen.

Frau Hermann teilte ferner mit, dass die Eröffnung eines deutschen Sprachenzentrums in Buchara am 21.3.2001 ansteht.

 

Sie kündigte folgende Veranstaltungen an:

Konzerte des Chores der Nationaluniversität Taschkent,(der auf Einladung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft und des Beethoven-Gymnasiums der Stadt Bonn nach Bonn kommt, bezuschusst durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen) am 25.10.2000 im Bürgerhaus Hürth (im Zusammenarbeit mit dem Türkischen Konsulat), bei der Katholischen Hochschulgemeinde in Trier und in der Herz-Jesu Kirche in Mönchengladbach-Reydt.

Den Vortrag von Frau Keller am 15. November 2000 in Freiburg: „Frauenkultur in Usbekistan – Bericht über ein gewagtes Unternehmen in einem islamischen Land“
bzw. die Ausstellung im Adelhausemuseum für Völkerkunde in Freiburg im Mai 2001 über Frau Kellers Ethnographische Expedition in Usbekistan.

 

TOP 2.4 wurde bis zur nächsten Mitgliedsversammlung zurückgestellt.

 

TOP 3

Die Aussprache bestätigte, dass der neue Schatzmeister erst nächstes Jahr, zum Ende des Geschäftsjahres, gewählt werden soll.

 

TOP 4 wurde bis zur nächsten Mitgliederversammlung zurückgestellt.

 

Zu TOP 5

Die Geschäftsführerin wies daraufhin, dass im laufenden Monat die Mitgliedsbeiträge eingezogen werden und bat um Zustimmung, die Abbuchungen im Juni nächsten Jahres vorzunehmen. Es wurden keine Einwände gemacht.

 

Zu TOP 6

Die Mitgliederversammlung bedauerte, der Bitte des usbekischen Botschafter, Herrn Dr. Norov, nicht nachkommen zu können, eine Buchveröffentlichung über die Verfolgung von Usbeken in der Stalinzeit aufgrund der der Gesellschaft zur Verfügung stehenden geringen Mittel finanziell zu unterstützen. Von der Geschäftsführerin wurde angeregt, die Botschaft möge den Publikationsfonds der Stiftung West-Östliche Begegnungen um Unterstützung bitten.

Herr Dr. Hayit berichtete anschaulich über seine Publikationen zur Geschichte Usbekistans und die Reiseberichte seiner Tochter.

Herr Dr. Dürkop bat um Fortsetzung der Unterstützung bei der Ausbildung der Pianistin Lola Astanova, die als herausragendes musikalisches Talent gilt und an der Berliner Hochschule der Künste angenommen worden ist und von der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft weiterhin für Konzerte gewonnen werden kann.

 

Zu TOP 7 erfolgten keine Wortmeldungen.

 

Schluss der Veranstaltung:            20.35 Uhr

 

Königswinter, den 18.11.2000

 

gez. Dagmar Hermann