Protokoll der Mitgliederversammlung

der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V.

vom 16.09.2004

 

Beginn:             19.05 Uhr

 

Anwesende Damen und Herren: die Mitglieder Dr. W. Bauer, Dr. R. Bindseil, D. Brandenburger, J. Gerlach, D. & H. Hermann, Dr. H. Hermann, Prof. Dr. Dr. Kraus, Prof. Dr. R. & Dr. R. Sachsse, Dr. S. Sakirova, M. & H.J. Schneider, W. Tietze, U. Voigt, Dr. P. Wagner

Als Gast Dr. Schaaf, Feuerwehr Bonn

 

Zu TOP 1

Der Präsident, Herr Dr. Bauer, eröffnete die Mitgliederversammlung, begrüßte die Anwesenden und stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest.

 

Zu TOP 2


Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 17.09.2003 wurde einstimmig genehmigt.

 

Zu TOP 3a

·         
Herr Dr. Bauer berichtete über den Empfang in der Usbekischen Botschaft in Berlin am 6. Mai 2004, anlässlich des 10-jährigen Bestehens unser Gesellschaft, bei dem die von der Geschäftsleitung erstellte Broschüre über den Ursprung und die Arbeit der Gesellschaft vorgestellt wurde. Nach mehreren Grußadressen, u.a. von Frau Kadyrova, der Geschäfts-führerin der Usbekisch-Deutschen Gesellschaft, die zu diesem Anlass aus Taschkent angereist war, hielt unser Mitglied, Herr Phillip Meuser, einen Vortrag über moderne Architektur in Usbekistan.

·          Herr Dr. Bauer drückte sein Bedauern darüber aus, dass es im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung zu kaum nennbaren Neuanmeldungen gekommen ist.

·          Beim Besuch des Bürgermeisters von Taschkent in Berlin kam es auch zu einem Empfang, den unser Vize-Präsident, Herr Dr. Spary, moderierte.

·          Unser Mitglied, Herr Dr. Wagner, trat mit der Bitte an die Gesellschaft heran, bei den Vorbereitungen zu einer von ihm initiierten Feuerwehrkonferenz in Taschkent unterstützend tätig zu werden.

·          Abschließend stellte Herr Dr. Bauer fest, dass das sog. 2. Standbein unserer Gesellschaft in Berlin ein geringes Echo gefunden habe; so habe sich z.B. der „Freundeskreis Usbekistans“ nicht mehr gemeldet.


 Zu TOP 3b

 

Die Geschäftsführerin, Frau Hermann, berichtete zunächst über die Kontakte, die sich durch unsere Internet-Präsens ergeben haben. Die Geschäftsführung wurde angesprochen von Personen,

a)      die Kontakte mit Usbeken suchen, Auskünfte über das Land brauchen, wie z.B. die Firma „Filmquadrat“ aus München, die um Bücher und usbekisch sprechende Übersetzer für Filmszenen bat und der wir helfen konnten durch unsere Beziehungen zu usbekischen Studenten in Deutschland. Zweimal wurden wir von Gerichten um Übersetzer gebeten, mehrfach um vereidigte Übersetzer

b)      die ein außergewöhnliches Visum brauchen, z.B. für ein halbjähriges Praktikum in einem Kindergarten in Taschkent

c)      vom Sozialamt, das dann der Praktikantin den Ausbildungsbeitrag zahlt

d)      vom Konsulat, das das Visum ausstellt und uns um unsere Meinung bezüglich der Applikantin bittet.

e)       die Kinder adoptieren wollen und eine „wohlbeleumundete“ Organisation brauchen

f)       von Firmen, die Geschäftskontakte suchen (Ambiente, Schuhfirma)

g)      von Eltern, ursprünglich aus Usbekistan, die Schulen bzw. Schulformen suchen, sowie von usbekischen Eltern, die Internate oder Universitäten in Deutschland suchen

h)      von usbekischen Jugendlichen, die Au-Pairs werden wollen, und von deren Gasteltern, die neue Au-Pairs suchen

i)        von Reisewilligen, die Usbekistan besuchen wollen.


Dann gab Frau Hermann einen Überblick über die Aktivitäten der Gesellschaft, die von Bonn aus seit der letzten Mitgliederversammlung durchgeführt wurden:

 

·          Wie den Jahren zuvor, organisierte und betreute Frau Hermann, in Zusammenarbeit mit dem Beethoven-Gymnasium der Stadt Bonn, den Besuch einer Gruppe von 21 usbekischen Schülern und Eltern vom 20. 09. - 04.10.03 in Bonn. Eine Schüler- und Lehrergruppe von 17 Personen begleitete sie dann zum Gegenbesuch in Usbekistan vom 08.10. – 01.11.03.

·          In Zusammenarbeit mit dem Senior-Experten-Service in Bonn wurden eine im Ruhestand lebende Deutschlehrerin, ein Mitglied unserer Gesellschaft, und eine ausgebildete, aber arbeitslose Lehrerin aus Köln in Buchara an der Universität und der Schule Nr. 4 in der Lehrerausbildung tätig. Die Kölnerin wurde in der Zwischenzeit auf Initiative von Herrn Holste-von-Muthius vom Bundesverwaltungsamt für eine mehrjährige Tätigkeit in Samarkand eingestellt.

·          Die Stadt Bonn stellte für den Weihnachtsmarkt den Vereinen für die Länder und Städte, mit denen die Stadt Bonn eine Projektpartnerschaft unterhält, und damit auch der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V. für die Partnerstadt Buchara, einen Stand kostenlos zur Verfügung, um den Bonner Bürgern diese Partner-Städte durch Informationen und Kunstgewerbe bekannt zu machen. Frau Hermann nahm fast 3 Wochen lang täglich von 10 – 20 Uhr diese Gelegenheit wahr, um zusätzlich zu den Gesprächen mit den Marktbesuchern durch den Verkauf von ihren Geschenken aus Usbekistan Geld für die Behandlung und Ausbildung eines augenlosen Jungen in Buchara zu verdienen. Sie hat in diesem Mai $ 500 zu diesem Zweck übergeben. Außerdem beherbergte sie Mitglieder der usbekischen Künstlergruppe „Uzbek Heritage“ aus Taschkent, die mit ihrem  Kunstgewerbe eine Woche lang den Stand bereicherten.

·          Am 21.3.04 lud zum 2. Mal seit 2002 die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V. und dem Generalkonsulat der Republik Usbekistan in Frankfurt zur Feier des Navrus-Festes in alle Räume des Alten Rathauses ein. Die Veranstaltung war mit 700 angemeldeten Besuchern ein großer Erfolg. Neben Ethno-Pop, dargebracht von je einem Sänger und Doira-Spieler, und traditionellem Tanz stand besonders eine Modenschau aus Buchara im Mittelpunkt des Interesses. Eine Fotoausstellung von Herrn Maier aus Bietigheim sowie Buchara-Teppiche der Bonner Firma Gitizad und ein Bücherstand der Buchhandlung Lempertz rundeten die Veranstaltung ab.

·          Organisiert von der Geschäftsführung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V. und mit Hilfe der Usbekisch-Deutschen Gesellschaft, Taschkent, und persönlicher Kontakte in Buchara, Samarkand und Chiwa reiste eine Gruppe des Internationalen Frauenzentrums der Stadt Bonn e.V. (ifz) vom 15. - 27. Mai zu einer Informationsfahrt nach Usbekistan, wobei neben Kontakten mit lokalen NGOs auch Gespräche mit den Menschenrechts- und Frauen-Beauftragten im Usbekischen Parlament stattfanden. Der Gegenbesuch von 13 professionellen Frauen hat inzwischen vom 2. – 14. Oktober in Bonn, Berlin und anderen Orten stattgefunden.

·          Traditionsgemäß nahm die Deutsch-Usbekische Gesellschaft e.V. auch wieder teil am diesjährigen von der Stadt Bonn organisierten Fest „toleranz“, bei dem die Geschäftsführung der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e.V. im Zusammenwirken mit dem General - Konsulat der Republik Usbekistan in Frankfurt/Main einen Stand unterhielt, und wir über Usbekistan im allgemeinen und die Projektpartnerschaft zwischen Buchara und Bonn informierten. Die Vorzüge des usbekischen Nationalgerichtes „Plov“ bildeten die Überschrift des General-Anzeiger Artikels danach.

 

Zu TOP 3c

 

Der Schatzmeister gab einen kurzen Kassenbericht und stellte fest, dass die Rechnungsführung richtig und die Finanzlage des Vereins als gesund zu betrachten ist.

 

Zu TOP 4

 

In der anschließenden Aussprache wurde die Arbeit des Vorstandes, vertreten durch die Geschäftsführung, gewürdigt.

Es schloss sich eine umfangreiche Diskussion über die politische Situation Usbekistans an und besonders über die Rolle, die die Deutsch-Usbekische Gesellschaft e.V. in Hinblick auf die Entwicklung Usbekistans spielen könne. Es herrschte die Meinung vor, dass die Gesellschaft weiterhin vor allem private Initiativen auf sozialem und kulturellem Gebiet durch freimütigen Austausch von Gedanken bei gegenseitigen Besuchen unterstützen solle und dass wir uns durchaus zu politischen Themen in Usbekistan äußern wollen.

 

Zu TOP 5

 

Dem Vorstand wurde einstimmig die Entlastung erteilt.

 

Zu TOP 6

 

Aufgrund eines längeren Krankenhausaufenthaltes der Geschäftsführerin kam die für den Herbst 2004 geplante Studienfahrt für Mitglieder der Gesellschaft nach Usbekistan nicht zustande.

Eine Fahrt dieser Art wird nun für das Frühjahr in Aussicht genommen. (s. Anlage). Außerdem sind folgende Veranstaltungen geplant: Herr Prof. Martius vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn möchte über wissenschaftliche Projekte im Aral-See-Gebiet berichten und Herr Köster über die für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) förderungswürdigen Tätigkeiten in unserem Partnerland. Der Vorstand der Gesellschaft wird ein Halbjahresprogramm ausarbeiten, das allen Mitgliedern zugehen wird.

 

Zu TOP 7

 

Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ stellte Herr Dr. Wagner von der Berliner Feuerwehr sein Projekt, den Aufbau einer Freiwilligen Feuerwehr in einer Makhalla Tasch-kents, vor und bat um Unterstützung für seine Überlegungen bezüglich einer Konferenz von Feuerwehr- und Sicherheitsexperten der Partnerstädte Berlin und Taschkent sowie gegebenenfalls Bonn und Buchara in Taschkent. Im Rahmen dieser Konferenz sollen vor Ort deutsche und usbekische Sicherheitskonzepte anhand vergleichbarer Gebäude, z.B. der Fernsehtürme und der U-Bahnen in Berlin und Taschkent, diskutiert werden. Bei der Verwirklichung seiner Ideen hofft er auf die finanzielle Unterstützung interessierter Kreise der Wirtschaft und die ideelle Unterstützung durch die Deutsch-Usbekische Gesellschaft e.V.

Über unser Mitglied, Frau Jeggle, im Europäischen Parlament, wollen wir auch einen Antrag des usbekischen Außenministeriums unterstützen, der 159 Ärzte und Therapeuten zur Ausbildung und Anpassung an deutsche Standards nach Dresden bringen soll.

 

Schluss der Veranstaltung:     21.15 Uhr

 

Königswinter, den 26.10.2004

 

Dagmar Hermann